Schon wieder ist ein Jahr vorbei, Zeit also für die neueste Generation der Sportspiele. Noch ist nicht Herbst, also geht es hier ausnahmsweise mal nicht um Fußball ala PES oder FIFA, sondern um das doch relativ bekannte Tiger Woods Golf, nun endlich bei der Nr. 11 angelangt. Im Rahmen des bevorstehenden Releases des Move-Controllers rücken Sportspiele zunehmend in den Vordergrund, nicht anders bei Tiger Woods, das Spiel wurde sogar schon mit Move auf der E3 2010 präsentiert. Leider konnten wir noch nicht die Move-Unterstützung testen, sie ist aber definitiv vorhanden, wie nach dem ersten, 275MB großen Patch der Intro-Screen mit den Sicherheits-Vorkehrungen zeigt.
Nun denn… widmen wir und dem Spiel und fangen an mit Tiger Woods ein bisschen einzulochen. Um es nochmal deutlich zu erwähnen: Wer hier ein Spiel der letzten Eskapaden von Herrn Woods erwartet, wird hier enttäuscht werden – ES GEHT UM GOLF!
Gameplay:
Gleich nach dem Einlegen der Spiel-Disk wird ein Patch von ca. 250MB verlangt, dies ist jedoch schon alles an Installation, es gibt hier keine „Standart-3GB-Festplatten-Folter“. Der Patch installiert die Unterstützung des Move-Controllers, was nach Installation an den typischen Warnhinweisen (Handgelenk-Schlaufe lässt grüßen) deutlich zu sehen ist. Leider konnten wir dies aber noch nicht testen, da uns keine solche Bedieneinheit vorliegt, es wurde aber schon auf der E3 2010 vorgestellt und demonstriert. Ist dies erledigt kommt der nächste Stein im Weg zum Spiel: Der Online-Code. Hier kann entweder eine 7-Tages-Testphase genutzt werden oder aber der beigelegte Code (alternativ auch bei Gebrauchtspielen im PSN zu erwerben), sonst wird das mit dem Onlinespielen nichts.
Genug zum Vorspiel, nun kann das Spiel aber losgehen. Tiger Woods PGA Tour 11 bietet jede Menge Möglichkeiten einen eigenen Golfer zu erstellen, ob es das Gesicht oder die Figur ist – alles bleibt dem Spieler selbst überlassen. Natürlich kann man auch mit einem der 20 vorgefertigtem Pro-Golfer spielen (Anfangs auch evtl. ratsam, da diese über ausgereifte Fähigkeiten verfügen). Der eigene Golfer erlangt durch das Spielen auf dem Platz und durch das Spielen der Challenges XP, welche dann in die Skills oder auch in neue Ausrüstung investiert werden können. Auch die Ausrüstungsgegenstände haben Wirkung auf die Fähigkeiten wie Schlagweite oder Genauigkeit.
Eine Neuheit in Tiger Woods PGA Tour 11 ist der „True Aim“ Modus. In diesem sieht man das Grün quasi auf der Ego-Perspektive, auch das Zielen geschieht dann nicht mehr via Trefferring, sondern nur grob in die betrachtete Richtung. Dies ist zwar alles nicht ganz so einfach wie der normale Modus, jedoch weit realistischer. Zusätzlich zu den normalen Schwierigkeitsgraden sind nun auch 2 neue hinzugekommen, Tour Pro und Advanced Plus. In diesen beiden Modi sind vor allem die Empfindlichkeiten des Balles und des Schlägers wesentlich angehoben, auch kann kein „Power Up“ benutzt werden. Als Power Up bezeichne ich hier den sogenannten Focus. Mit dieser Leiste, die sich beim Spielen auflädt, kann man seinen Schläge einen Extra-Boost verpassen, die Genauigkeit der Trefferzone verbessern oder Putt-Previews nutzen, dies macht das Spiel logisch weise erheblich einfacher. Auch eine Veränderung des Spiels während der Ball in der Luft ist möglich, was mir selbst aber schon ein wenig zu unrealistisch ist.
Nun zu den Spielmodi: hier bietet Tiger Woods PGA Tour 11 jede Menge Variationen. Vom normalen Einzelspiel bis hin zum Gruppenspiel gegeneinander ist alles dabei, auch Mannschaftsspiele sind möglich, diesmal sogar mit einem eigenen Cup, dem Ryder Cup. Bei diesem wirklich existierenden Event treten 2 Mannschaften a 12 Spieler im Celtic Menor Resort gegeneinander an. Normalerweise ist eine Mannschaft Amerika und die andere Europa. Auch die üblichen Weltcup-Turniere fehlen natürlich nicht.
Nun kommen wir aber zum wirklich interessanten, dem Online-Teil von Tiger Woods 11. Wie schon zu Beginn erwähnt braucht man hier den Code aus der Verpackung, sonst ist nur eine 7—tägige Testphase möglich. Alternative ist natürlich der Kauf des Codes im PSN-Store. Auch hier bietet Tiger Woods eine Menge. Im Gamernet von EA kann man eigene Challenges hochladen, von anderen Spielern erstellte schlagen und natürlich auch dafür Punkte kassieren. Eine Challenge zu erstellen ist bei TW11 sehr einfach, nach jedem Schlag, Loch oder ganzem Spiel habt ihr die Möglichkeit einfach R2 zu drücken und so entweder ein Video von dem Geschehenen zu erstellen oder es als Challenge online zu bringen. Selbstverständlich kann man auch einfach gegen andere Spieler antreten, ob dann simultan oder nacheinander gespielt wird, ist dann nur noch eine Einstellungssache beim Erstellen des Matches.
Ein weiterer Modus sind die Challenges. Hier müssen die Spieler gegen bestimmte Golf-Pros antreten und diese in bestimmten Bereichen oder ganzen Löchern schlagen. Mitunter sind diese Challenges recht schwer, aber da man fortlaufend XP dafür bekommt, ist dies auch die schnellste Art seinen eigenen Golfer zu verbessern.
Grafik:
Grafisch ist Tiger Woods zwar nett, aber nicht gerade bahnbrechend. Die Landschaften sind relativ gelungen, jedoch hätte man von einem Spiel in dem es nicht gerade um schnelle Bewegungen geht schon wesentlich mehr erwarten können. Das Rasen und auch die Blätter der Bäume sind einfach zu grob texturiert. Auch die Zuschauer sehen nicht gerade lebendig aus (diese behindern übrigens wirklich die Bälle, nicht wie in anderen Spielen wo die Ball einfach durch die Zuschauer „hindurch“ fliegt, sie fallen nach einem Volltreffer sogar zu Boden, hüpfen auf einem Bein etc. ), auch hier wäre mehr zu erwarten gewesen. Die Animationen der Spieler sind allerdings durchweg gelungen, man merkt das Tiger Woods 11 eher Wert auf die Hauptelemente von Golf gelenkt hat, als auf technische Spielereien.
Das Spiel-Menü finde ich leider etwas unübersichtlich. Ein bisschen mehr Klarheit wäre auch hier wünschenswert gewesen.
Sound:
Vom Vogelgezwitscher bis zu Fans und Kommentatoren ist zumindest alles vorhanden. Wie in jedem Sportspiel wiederholen sich jedoch die Sprüche der Kommentatoren und das „AAAH“ und „OOOOH“ der Zuschauer recht schnell und verlangen damit schon quasi leiser gestellt zu werden. Die Ballgeräusche beim Abschlag als auch beim Putten und normalen Ballspiel sind sehr gut, realistisch halt.
Trophys:
Das Spiel verfügt über 4 bronzene, 11 silberne, spendable 7 goldene und die Platin-Trophy. Die Auszeichnungen sind eigentlich alle recht einfach, nicht ein eines Turnier muss gewonnen werden. Einzig die 10.000 Punkte im Gamernet dauern etwas Zeit, aber auch dies ist an 2 Abenden locker machbar. Für Trophy-Gamer also ein gefundenes Fressen.
Fazit:
Tiger Woods PGA Tour 11 ist ein solides Goldspiel mit einer sehr gut umgesetzten Onlineanbindung. Auch das „Besiegen“ anderer Spieler im Gamernet macht viel Spaß, so dass man auch mal nebenher ein paar Challenges erledigen kann. Wer keine Lust hat einen ganzen Platz zu spielen, der wird auch jede Menge Zeit mit den doch nicht gerade einfachen Challenges verbringen können (für die es aber leider keine Trophy gibt). Der optische Effekt des Rasens hätte noch etwas besser sein können, dafür bekommt man aber seine sehr gute Mechanik, was das Golfen selbst angeht. Mit heißer Erwartung darf man natürlich auch auf den September sehen, wo dann nun endlich auch der Move-Controller seinen Weg in die heimischen Wohnzimmer finden wird. Ein anderes Manko meiner Meinung nach sind die teuren Extra-Kurse. Diese kosten zwischen 4 und 5 €, 1,99 wären da besser gewesen. Mir macht Tiger Woods 11 viel Spaß und es gibt ohnehin keinen echten Konkurrenten auf dem Markt – wer Golf mag – zugreifen.
Wertung 7,75 von 10,0
Grafik: 7,0
Sound: 7,5
Spielspaß: 8,5
Spieldauer: 8
Geschrieben von Tommyfare.
Vielen Dank an das Rezensionsexemplar an Electronic Arts.



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